Vom Klumpen zur Schale

Meine Arbeit mit Ton ist mir eine Herzensangelegenheit. Bevor aus einem Batzen feuchter Erde eine gebrauchsfertige Schüssel oder Schale entsteht durchläuft er diverse Arbeitsschritte, von denen ein jeder alle vorangegangenen Schritte wieder zu Nichte machen kann…

Der Ton kommt also auf die Scheibe, wird mit Hilfe der Hände und einer plausiblen Menge Wasser zentriert, geöffnet, hochgezogen und in Form gedreht. Wenn das – mit Gottes Hilfe – soweit geklappt hat, wird das Gefäß von der Scheibe geschnitten, und vorerst zum Trocknen gestellt.

Ist es Lederhart – also halb – getrocknet, kommt es Kopfüber erneut auf die Scheibe, wird dort zentriert, befestigt und mit einem Standfuß ausgestattet, bzw. abgedreht. Dabei wird Überschüssiges Material von der Unterseite geschnitten, bis ein Boden mit Standring übrig bleibt.

Danach kommt das Gefäß, wenn es die vielen Einwirkungen im halbweichen Zustand überlebt hat – zum Schrühbrand. Da ich keinen eigenen Brennofen besitze, bringe ich die Sachen zum Brennen einem Keramikhändler, der sich damit auskennt.

Wenn sie beim Brennen nicht explodiert sind, weil sie: zu feucht, zu ungleichmäßig, zu dick oder einfach schlecht drauf waren. Haben sie jetzt die Richtige Festigkeit für die Glasur.

Glasiert wird möglichst gleichmäßig in mehreren Schichten. Ist die, hoffentlich gleichmäßig, aufgetragene Glasur getrocknet bildet sie eine pulverige, matte, extrem stoßempfindliche Schicht von unbestimmter Farbe und wird anschließend zum Glasurbrand abgegeben.

Ist auch dies geschehen und beim Glasurbrand nichts am Ofenboden festgeklebt, weil die Glasur zu dick war oder der Fuß nicht sauber, oder oder oder, dann ist das Gefäß fertig (!) und entspricht evtl. meinen Wünschen und Vorstellungen.

Nachdem ich beim Keramikhändler meine Zeche für das Brennen bezahlt habe schleppe ich meine Schätze nach Hause und erfreue mich daran.